Zeilenton

Christ Koni (gesprochen /kraɪst koʊ·ni/) ist ein sturer Dickkopf – deswegen macht er alleine Musik. Er kann auch kein Englisch – deswegen sind seine Songtexte Deutsch. Er beherrscht nicht mal die Instrumente, die er spielt – deswegen komponiert er grundsätzlich nur mit drei Akkorden, deren Benennung er nicht kennt. Von Recording hat er auch nicht den blassesten Schimmer, und trotzdem macht er’s.

Warum?

Vielleicht für das Kopfnicken, Fußwippen, Takt mitklopfen (trotz wirrer Taktwechsel), Headbangen, Poggen oder einfach nur still werden, Nachdenken, Losheulen der Hörer – nonverbale Musikkritik, die einen Künstler motivieren oder kastrieren kann. Aber ist ihm, Christ Koni aka Christ Konihilist, ist ihm das letzten Endes nicht doch alles egal? Würde er sich nicht sonst bei einer Castingshow versuchen oder in einer 0815-Cover- und Hochzeitsband spielen? Nur für ein bisschen Aufmerksamkeit, den Fick mit der Brautjungfer und die grünen Scheine des Ehegatten … die Musikerseele ist schnell verkauft, wenn das teure Hobby auf einmal Geld abwirft.

Und das ist das Beruhigende, die Konstanz in einer sich täglich verändernden Welt: Christ Koni macht Musik, auch wenn sie keinem gefällt. Und er wird weiter komische Videos drehen, obwohl sein gesamter Freundes- und Bekanntenkreis auf der Straße nicht mehr zugibt, ihn zu kennen. Carpe diem mit Betonung auf der Silbe „Bitch, don’t tell me what to do!“.

PS.: Ja, ich hätte tatsächlich fast schon in professionellen Cover-Bands gespielt als mir vorgerechnet wurde, wie viel Geld ich dabei verdienen könne (Zusagen dazu hatte ich). Aber dann sah ich die Playlists …